Theater

FR. 24.03.23 Mondphasen Empfehlung

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Mondphasen

von Sam Shepard (Regie: Michael Lippold)

Die beiden Protagonisten in MONDPHASEN, Ames und Byron, zwei ältere weiße Männer, treffen sich nach Jahrzehnten wieder. Ames wurde von seiner Frau, die er betrogen hat, rausgeschmissen und hat verzweifelt Byron, seinen besten Freund aus alten Tagen, angerufen. Jetzt sitzen sie irgendwo im Nirgendwo auf einer Veranda, trinken Whiskey und warten auf die bevorstehende Mondfinsternis.

Doch die Befangenheit zwischen den beiden ist groß, und das Gespräch gerät immer wieder ins Stocken, nicht frei von Aggression und Misstrauen, da sie als „echte Männer“ nur schwer Schwäche und Verletzlichkeit zulassen, geschweige denn zeigen oder zugeben können. Doch je mehr Alkohol fließt, desto mehr kommen die wahren Gefühle ans Licht, und die Geschichte nimmt eine überraschende Wendung.

Während sich der Mond verfinstert, weil die Erde ihren Schatten auf ihn wirft, fühlt sich die Einsamkeit so unendlich an wie die Ewigkeit, und die Männer erkennen, dass sie nur noch den Anderen haben, um diese Einsamkeit zu teilen. Selbst ein „alter, weißer Mann“, beschreibt Shepard in MONDPHASEN mit Beckett’schem Rhythmus, einem liebevoll-kritischen Blick und viel trockenem Humor eine große Einsamkeit, die jeden angesichts der eigenen Endlichkeit irgendwann trifft. Trost gibt es keinen – außer vielleicht in der Nähe und Wärme eines anderen Menschen. Vereinzelung und Vereinsamung sind Gefühle, die wir gerade in Zeiten der Pandemie besonders deutlich spüren können und die auch Menschen trifft, die das Gefühl des Alleinseins vorher nicht kannten.

Jüngst fragte der „Tagesspiegel“ (28.11.2020): „Braucht Deutschland ein Einsamkeitsministerium?”, nach dem Vorbild Großbritanniens, wo 2018 ein eigenes Ministerium zur Bekämpfung der Einsamkeit geschaffen wurde.

Der Regisseur und Schauspieler Michael Lippold, zur Zeit Ensemblemitglied am Schauspielhaus Bochum, hat große Erfahrung mit amerikanischer Gegenwartsdramatik, so hat er u.a. am Theater Bonn “Tief in einem dunklen Wald” von Neil LaBute erfolgreich und von der Kritik gefeiert erstaufgeführt.

www.michaellippold.de

Bernhard Bauer und Axel Gottschick, sind beide mittlerweile eine feste Größe in der freien Theaterszene Kölns und waren jahrzehntelang an Staats- und Stadttheatern des deutschen Sprachraums engagiert. Für Bernhard Bauer wird “Mondphasen” nun die 4. Zusammenarbeit mit Michael Lippold. Die Konstellation Bauer/Gottschick/Lippold ist neu und professionell vielversprechend.

www.bernhard-bauer.com
www.axelgottschick.de
www.kulturladen.zollstock-koeln.de 

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Beginn
Spielort
Eintrittspreise
20:00 Uhr







Anneliese-Geske-Haus
Gustav-Heinemann-Str. 1a
50374 Erftstadt-Liblar


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Erwachsene: 25,00 €
Mitglieder: 22,50 €
Schwerbehinderte: 22,00 €
Ermäßigt: 12,50 €

Ermäßigung für Kinder u. Jugendliche bis 18 Jahre,
Schüler u. Studenten bis 27 Jahre, Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger,
Schwerbehinderte – bei Vorlage des Ausweises

Gelesen 187 mal Letzte Änderung am Montag, 09 Januar 2023 18:29
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